Frisst dein Hund nicht oder lässt er sein Futter stehen, nimmt aber Snacks an? Keine Panik, nimm es aber ernst. Appetitverlust kann harmlos und vorübergehend sein, aber auch ein Hinweis auf Schmerzen oder Krankheit. In diesem Leitfaden erhältst du eine schnelle Checkliste, die häufigsten Ursachen je Lebensphase und einen klaren Maßnahmenplan, um deinen Hund wieder zum Fressen zu bringen. Bei Unsicherheit oder Alarmsymptomen rufe stets deinen Tierarzt an.
Schnelle Checkliste – musst du heute noch handeln?
- Welpe – frisst er 6–12 Stunden nicht oder wirkt er schlapp, zittrig oder erbricht er? Rufe sofort einen Tierarzt an.
- Erwachsener Hund – frisst er 24–48 Stunden nicht oder trinkt er auch schlecht? Nimm Kontakt auf.
- Alarmsymptome – wiederholtes Erbrechen oder Durchfall, Fieber, Schmerzen, aufgeblähter Bauch, viel Trinken und Wasserlassen, blasse Schleimhäute, Blut im Erbrochenen oder Kot, plötzlicher Gewichtsverlust.
- Aufnahme von etwas Verdächtigem – mögliches Gift, Fremdkörper oder Knochen? Sofort anrufen.
Warum verweigert ein Hund das Futter?
Meistens fällt es in eine dieser Kategorien:
- Medizinisch – Zahnprobleme oder Maulschmerzen, Übelkeit oder Magen-Darm-Beschwerden, Fieber oder Infektion, Parasiten wie Giardien bei Hunden, Rücken- oder Gelenkschmerzen, Erkrankungen von Leber, Nieren oder Bauchspeicheldrüse, Nebenwirkungen von Medikamenten.
- Verhalten und Stress – Veränderungen im Haushalt, Umzug, neuer Mitbewohner, Trennungsstress, Lärmangst oder Konkurrenz am Napf.
- Umgebung – zu trubeliger Ort, Napf steht zu hoch oder zu niedrig, Hitze, schmutziger oder rutschiger Napf.
- Futterbedingt – Futter verdorben oder muffig, zu schneller Futterwechsel, andere Textur oder Geschmack, zu viele Snacks zwischendurch. Manchmal frisst der Hund Leckerli, verweigert aber Trockenfutter wegen Sättigung oder Vorlieben.
Welpe frisst nicht: Risiken und Vorgehen
Welpen haben wenig Energiereserve und können schnell einen zu niedrigen Blutzucker entwickeln, besonders kleine Rassen. Frisst dein Welpe nicht, ist das dringlicher als bei einem erwachsenen Hund.
- Prüfe sofort auf Schlappheit, Erbrechen, Durchfall oder Zittern – rufe bei Bedarf deinen Tierarzt an.
- Biete kleine, häufige Portionen in Zimmertemperatur an. Sorge für Ruhe und einen sicheren Futterplatz.
- Keine Tischreste. Teste ggf. vorübergehend ein welpengerechtes Nassfutter oder eingeweichte Welpenkroketten, aber wechsle Futter stets schrittweise.
- Frisst dein Welpe 6–12 Stunden nicht oder siehst du Alarmsymptome? Nimm am selben Tag Kontakt auf.
Senior-Hund frisst nicht: häufige Ursachen und Lösungen
Bei Senioren wirken oft mehrere Faktoren zusammen: vermindertes Riechvermögen, Zahn- oder Maulprobleme, Gelenkschmerzen, langsamere Verdauung oder Organerkrankungen. Auch kognitive Veränderungen können den Appetit beeinflussen. Siehe auch Alter beim Hund: Anzeichen und Unterstützung für zusätzliche Tipps.
- Lass Zähne und Maul kontrollieren. Entzündetes Zahnfleisch oder lockere Zähne verursachen Schmerzen beim Kauen.
- Fressen erleichtern: weichere oder kleinere Kroketten, Nassfutter oder Trockenfutter in lauwarmem Wasser einweichen, Futter leicht erwärmen, um den Geruch zu verstärken.
- In kleinere Portionen über den Tag füttern und den Napf in angenehmer Höhe platzieren.
- Achte auf zusätzliche Anzeichen wie viel Trinken, mehr Urinieren, Gewichtsverlust oder Schlappheit – dann sind Blut- und Urinuntersuchungen oft sinnvoll.
- Besprich anhaltendes Nichtfressen oder Übelkeit mit deinem Tierarzt. Manchmal ist eine Behandlung von Schmerzen oder Übelkeit nötig.
Wie lange kann ein Hund ohne Futter auskommen?
Ein gesunder erwachsener Hund kommt in der Regel 24–48 Stunden ohne Futter aus, sofern er trinkt. Für Welpen sind 6–12 Stunden bereits riskant, und bei Senioren liegt die Grenze meist bei 24 Stunden. Nicht oder schlecht trinken ist dringlicher als nicht fressen – kontaktiere dann am selben Tag den Tierarzt. Im Zweifel: anrufen.
Maßnahmenplan – was kannst du tun, wenn dein Hund nicht fressen will?
- Fütterungsplan – biete 2–3 Mahlzeiten an, lasse den Napf 15–20 Minuten stehen und entferne ihn bis zur nächsten Mahlzeit. Keine Zwischenleckerlis.
- Futter prüfen – Mindesthaltbarkeitsdatum, Geruch und Lagerung kontrollieren. Muffiges oder verdorbenes Futter ersetzen.
- Schmackhafter machen – in Zimmertemperatur servieren, einen Schuss lauwarmes Wasser zugeben oder mit etwas passendem Nassfutter kombinieren.
- Ruhiger Futterplatz – reizarm füttern, ohne Konkurrenz durch andere Tiere.
- Bewegung – ein kurzer Spaziergang kann den Appetit anregen.
- Unterstützung – bei milder Übelkeit oder empfindlichem Bauch kannst du in Absprache mit dem Tierarzt Ergänzungen für Magen und Darm einsetzen, um den Appetit zu unterstützen.
- Langsam variieren – Futterwechsel über 5–7 Tage, um Probleme zu vermeiden.
- Nicht zwingen – füttere nicht mit Gewalt und vermeide permanentes Handfüttern. Bleibt das Problem bestehen, hol dir Rat beim Tierarzt.
Wann zum Tierarzt?
- Dein Hund frisst 24–48 Stunden nicht, oder dein Welpe 6–12 Stunden nicht.
- Es gibt Alarmsymptome: wiederholtes Erbrechen, Durchfall, Fieber, Schmerzen, aufgeblähter Bauch, Schlappheit, blasse Schleimhäute, Blut im Erbrochenen oder Kot, rascher Gewichtsverlust.
- Du vermutest einen Fremdkörper oder eine Vergiftung.
- Dein Hund trinkt nicht oder uriniert kaum.
- Es liegt eine Grunderkrankung vor oder eine kürzliche Medikamentenänderung.
Was untersucht der Tierarzt bei Fressverweigerung?
Der Tierarzt beginnt mit Fragen zu Verlauf, Fütterung, Snacks, möglichem Stress und weiteren Beschwerden. Es folgt eine körperliche Untersuchung von Schleimhäuten, Zähnen und Maul, Lymphknoten, Herz und Lunge, Abtasten des Bauchs, Hydrationszustand und Temperatur. Je nach Befund können Blut- und Urinuntersuchungen, Kotuntersuchung, Ultraschall oder Röntgen folgen. Bei Maulschmerzen kann eine Zahnbehandlung nötig sein; bei Magen-Darm-Problemen manchmal Medikamente gegen Übelkeit oder Schmerzen. Ziel ist es, die Ursache zu finden und gezielt zu behandeln – nicht nur den Appetit anzuregen.
Häufig gestellte Fragen
Was tun, wenn dein Hund nicht fressen will?
Nutze einen Fütterungsplan ohne Zwischenleckerlis, kontrolliere die Frische des Futters, serviere in Zimmertemperatur und sorge für Ruhe am Futterplatz. Bleibt das Problem oder siehst du Alarmsymptome, kontaktiere deinen Tierarzt.
Wie lange darf ein Hund nichts fressen?
Erwachsene Hunde meist 24–48 Stunden, Welpen 6–12 Stunden und Senioren etwa 24 Stunden. Trinkt dein Hund nicht oder ist er krank oder schlapp, warte nicht und rufe den Tierarzt an.
Was kann ich meinem Hund geben, der nicht fressen will?
Biete sein eigenes Futter attraktiver an: lauwarm servieren, etwas Wasser zugeben oder mit passendem Nassfutter mischen. Futterwechsel langsam. Sprich mit deinem Tierarzt, bevor du selbst kochst oder stark vom üblichen Futter abweichst. Zur Unterstützung der Darmflora können Probiotika für Hunde helfen.
Warum verweigert ein Hund das Futter?
Oft wegen Schmerzen oder Krankheit, Stress und Veränderungen, ungeeigneter Umgebung oder Futter, das nicht schmeckt oder verdorben ist. Manchmal frisst er Leckerli, aber kein Trockenfutter – wegen Sättigung oder Vorlieben.
Dieser Leitfaden ist informativ und ersetzt keinen medizinischen Rat. Bist du unsicher oder siehst du Alarmsymptome? Wende dich an deinen Tierarzt.
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