Steigen die Temperaturen, verändert sich die tägliche Pflege deines Hundes. Hunde geben Wärme vor allem durch Hecheln und über ihre Pfotenballen ab und überhitzen daher schneller als wir. Mit der richtigen Sommerpflege – von klugem Spazierengehen und sicherem Kühlen bis zu Achtsamkeit bei Wasser und Gras – hältst du deinen Hund komfortabel und gesund. Hier findest du praktische, direkt umsetzbare Tipps für die Hundepflege im Sommer.
Anzeichen einer Überhitzung bei deinem Hund
Kenne die Warnzeichen, damit du schnell handeln kannst. Achte auf:
- Starkes Hecheln, Speicheln und Unruhe
- Rote Schleimhäute, Trägheit oder Taumeln
- Erhöhte Körpertemperatur, warme Ohren und ein heißer Kopf
- Erbrechen, Durchfall oder in schweren Fällen Bewusstseinsverlust
Bist du unsicher oder verschlechtert sich dein Hund trotz Kühlung schnell? Rufe sofort deinen Tierarzt an.
So kühlst du deinen Hund sicher herunter
Kühle kontrolliert und ohne Kälteschock. Gehe in dieser Reihenfolge vor:
- Bringe deinen Hund sofort in den Schatten oder einen kühlen Raum.
- Lege nasse, kühle (nicht eiskalte) Tücher in die Achseln, Leisten und über die Beine. Wechsle sie, sobald sie warm werden.
- Lass deinen Hund kleine Schlucke Wasser trinken. Keine großen Mengen auf einmal.
- Nutze einen Ventilator für Luftzirkulation. Richte keinen eiskalten Luftstrom direkt auf deinen Hund.
- Kühlmatte, -halsband oder -weste können helfen. Beachte die Anweisungen und lass deinen Hund stets selbst entscheiden, ob er sich darauf legt.
Vermeide eiskaltes Wasser und Abbrausen mit hartem Strahl. Bei schweren Symptomen: Rufe den Tierarzt an und beginne vorsichtig mit dem Kühlen, bis du dort bist.
Spazierengehen bei Hitze: Zeitpunkt und Untergrund
Plane Spaziergänge in den frühen Morgen- und späten Abendstunden. Mittags beschränkst du dich auf kurze Löserunden. Teste den Untergrund: Halte deine Hand 7 Sekunden auf Asphalt oder Pflaster – zu heiß für dich ist zu heiß für deinen Hund. Wähle Gras oder Waldwege und nimm immer Wasser mit. Vermeide Laufen am Fahrrad und intensives Spielen bei Wärme.
Achte besonders auf die Pfotenballen. Risse oder Verbrennungen schmerzen und heilen langsam. Mehr Tipps findest du in unserem Ratgeber zur Pfotenpflege bei Hunden (Sommer & Winter).
Wasser und Hydratation
Sorge zuhause und unterwegs für frisches Wasser. Eine zusätzliche Trinkstelle, eine flache Schale oder ein Trinkbrunnen fördern das Trinken. Gib bei Bedarf einen Eiswürfel für leicht gekühltes Wasser hinzu, aber nicht zu kalt. Lass deinen Hund kleine Mengen trinken, besonders nach Anstrengung. Übermäßiges Trinken in kurzer Zeit kann zu Wasservergiftung führen – insbesondere bei Hunden, die viel mit Wasser spielen oder apportieren.
- Biete Nassfutter an oder gib Wasser über das Futter für zusätzliche Flüssigkeit.
- Nimm auf jeden Spaziergang einen faltbaren Trinknapf mit.
- Wechsle die Wassernäpfe bei Hitze häufiger.
Trinkt dein Hund bei Hitze schlecht? Lies Mein Hund trinkt nicht: Was tun für praktische Hydratationstipps.
Sonne, Fell und Sonnenbrand
Hunde mit dünnem oder hellem Fell können verbrennen – vor allem an Nase, Ohren, Bauch und Leisten. Verwende einen haustierfreundlichen Sonnenschutz auf unbehaarten oder hellen Stellen. Das Scheren eines Doppelfells ist meist nicht zu empfehlen – das Fell wirkt als Isolation gegen Hitze und Sonne. Auskämmen der Unterwolle, regelmäßiges Bürsten und das Vermeiden von Verfilzungen unterstützen die Wärmeabgabe besser.
- Schneide überschüssiges Haar um die Pfotenballen zurück, um Schmutz und Hitzestau zu reduzieren.
- Für Haut- und Fellgesundheit im Sommer kann Unterstützung mit Nahrungsergänzungsmitteln für Hunde: Haut & Fell dank Omega‑3, Zink und Biotin helfen.
Bekommt dein Hund sommerlichen Juckreiz durch Pollen, Insektenstiche oder trockene Haut? Sieh dir Dein Hund hat Juckreiz und kratzt viel an – mit Ursachen, Anzeichen und was du tun kannst.
Sicher schwimmen und planschen
Schwimmen kühlt gut, doch wähle das Gewässer sorgfältig. Meide stehendes Wasser mit Blaualgen oder Geruch: grün‑blauer Schleim, tote Fische und Warnschilder sind rote Flaggen. Lass deinen Hund beim Spielen kein Wasser literweise schlucken – Wasservergiftung kann schnell entstehen. Spüle deinen Hund danach mit klarem Wasser ab und trockne gründlich, um Hautreizungen oder Blasenentzündungen vorzubeugen. Ein eigenes Hundepool oder eine flache Wanne ist oft die sicherste Option.
Nach Schwimmen oder Meerwasser: Spüle deinen Hund mit klarem Wasser ab und trockne gründlich. Verwende nur bei Bedarf ein mildes Hundeshampoo.
Sommergefahren draußen: Grannen, Zecken und Eichenprozessionsspinner
Grannen brechen ab und dringen über Fell, Ohr, Nase oder zwischen den Zehen ein. Symptome sind Kopfschütteln, Niesen, plötzliches Humpeln, Lecken zwischen den Zehen oder eine schmerzhafte, rote Stelle. Kontrolliere nach jedem Spaziergang Ohren, Achseln, Leisten und Zwischenzehenbereiche. Siehst du eine Wunde oder vermutest du eine Granne in Ohr oder Nase? Gehe zum Tierarzt – selbst zu pulen schiebt die Granne oft tiefer.
Zecken und Flöhe sind im Sommer aktiver. Nutze Prophylaxe nach Tierarztempfehlung und kontrolliere deinen Hund täglich, besonders nach dem Wald. Siehst du eine Zecke? Entferne sie sicher und lies Zecke bei deinem Hund: So entfernst du sie sicher für eine Schritt‑für‑Schritt‑Anleitung. Bemerkst du Juckreiz, schwarze Krümel (Flohkot) oder schnelle Ausbreitung? Geh es zügig an mit Flöhe bei Hunden: erkennen und behandeln.
Haare des Eichenprozessionsspinners können starke Reizungen an Haut, Augen und Atemwegen verursachen. Meide Eichen mit Warnband und berühre Raupen oder Nester niemals.
Lass deinen Hund niemals im Auto
Ein Auto heizt sich in Minuten auf lebensgefährliche Temperaturen auf – auch mit offenem Fenster oder bei Bewölkung. Lass deinen Hund niemals im Auto zurück, auch nicht kurz. Musst du bei Hitze dennoch fahren? Fahre früh oder spät, sorge für Belüftung, pausiere im Schatten und biete Wasser an.
Häufige Fragen
Ist 30 Grad zu warm für einen Hund?
Für die meisten Hunde ja. Bereits bei 20–25 Grad kann Anstrengung schneller zur Überhitzung führen, besonders bei brachycephalen Rassen (kurzschädelige, kurznasige Hunde), Welpen, Senioren sowie Hunden mit Übergewicht oder Herz-/Lungenproblemen. Über 30 Grad beschränkst du die Aktivität auf kurze Löserunden, suchst Schatten und kühlst aktiv. Achte genau auf Anzeichen und kühle rechtzeitig.
Was tun mit Hunden bei Hitze?
Plane Spaziergänge in den frühen Morgen- und späten Abendstunden, gehe auf Gras oder Waldboden, biete überall frisches Wasser an und schaffe Schatten sowie einen kühlen Ruheplatz. Kühle sicher mit nassen Tüchern, Luftzirkulation und einer Kühlmatte. Meide Auto, heißen Untergrund und intensives Spiel. Bei Unsicherheit oder sich verschlechternden Symptomen: Tierarzt anrufen.
Was mögen Hunde bei Hitze besonders?
Leicht verdauliche Snacks und kühlende Leckerchen kommen gut an: eine Schleckmatte mit Kühlschrank‑Nassfutter, gefrorene Möhrenscheiben oder ein welpensicheres Brühe‑Eis. Lass deinen Hund keine großen Eisstücke auf einmal schlucken und verhindere, dass er beim Wasserspiel zu viel Wasser aufnimmt.
Zusätzliche Unterstützung für empfindliche Verdauung während Sommerwechseln oder auf Reisen? Erwäge Probiotika für Hunde, um die Verdauung im Gleichgewicht zu halten.



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