Hundepfoten werden täglich stark beansprucht – von heißem Asphalt bis Streusalz und scharfen Steinchen. Mit einer einfachen Routine beugst du Rissen, Verbrennungen und Infektionen vor und erkennst Probleme frühzeitig. Im Folgenden findest du einen praxisnahen Plan für die tägliche Pflege sowie gezielte Tipps für Hitze, Winter und Warnzeichen, die einen Tierarztbesuch erfordern.
- Prüfe nach jedem Spaziergang Ballen und Zwischenzehen auf Schmutz, Risse und Grannen
- Spüle Sand, Matsch oder Streusalz mit lauwarmem Wasser ab und trockne gründlich
- Schneide Krallen, wenn sie den Boden berühren – vergiss die Wolfskralle nicht
- Schütze bei großer Hitze oder Frost mit Wachs, Pfotenbalsam oder Hundeschuhen
Wie pflegst du die Pfoten deines Hundes?
Eine feste Pflegeroutine ist kurz und effektiv. Lege ein Pfotentuch, lauwarmes Wasser, eine Hunde-Krallenzange oder -schere, eine Pinzette und bei Bedarf Pfotenbalsam oder -wachs bereit.
- Kontrolle: Fühle die Ballen und schau zwischen die Zehen. Entferne Steinchen oder Grannen vorsichtig mit einer Pinzette. Findest du eine Zecke zwischen den Zehen, siehe: Zecke zwischen den Zehen sicher entfernen.
- Reinigen: Spüle Matsch oder Salz mit lauwarmem Wasser ab. Verwende keine aggressiven Seifen – sie trocknen aus. Siehe auch Hund waschen: Pfoten nach dem Spaziergang reinigen.
- Trocknen: Sorgfältig abtupfen – auch zwischen den Zehen –, um Nässen und Pilzen vorzubeugen.
- Krallen: Schneide in kleinen Schritten. Schneide nicht ins „Leben“ – bei hellen Krallen rosa sichtbar, bei schwarzen Krallen in Mikroschritten schneiden und stoppen, sobald die Mitte dunkel wird.
- Fell: Zu lange Haare zwischen den Zehen kurz schneiden, um Verfilzungen und Schneeklumpen zu vermeiden.
- Schützen oder pflegen: Nutze Wachs oder Hundeschuhe, wenn der Untergrund extrem heiß, eisig oder rau ist. Trage eine dünne Schicht Balsam nur auf, wenn die Ballen trocken oder rissig sind.
Krallenpflege beim Hund
Zu lange Krallen verändern die Fußstellung und können schmerzhaft einreißen. Hörst du auf harten Böden ein Klacken oder berühren die Krallen im Stand den Boden, ist Schneiden nötig. Schneide in leichtem Winkel, arbeite mit kleinen Schnitten und glätte mit einer Feile. Gewöhne deinen Hund mit Ruhe und Belohnungen daran. Triffst du doch ein Blutgefäß, drücke mit einer Kompresse – hört die Blutung nicht auf oder ist die Kralle teilweise abgerissen, kontaktiere deinen Tierarzt. Lies die Schritte für Erste Hilfe bei eingerissenen Ballen oder blutenden Krallen.
Eincremen oder nicht? Wann Pfotenbalsam oder -wachs sinnvoll ist
Die Ballen besitzen eine natürliche Fettschicht als Schutz. Tägliches Eincremen ist nicht nötig und kann die Haut aufweichen. Sinnvoll ist es bei Trockenheit, Rissen oder nach extremen Bedingungen. Wähle einen dünnen Auftrag eines hautfreundlichen Pfotenbalsams mit Bienenwachs, Sheabutter, Honig oder Calendula und lasse ihn in Ruhe einziehen. Nutze Wachs als Barriere vor einem Spaziergang in Schnee, Salz, rauem Gelände oder Kälte. Vermeide stark parfümierte Produkte und reine ätherische Öle an den Pfoten – sie können reizen oder beim Ablecken unangenehm sein, besonders bei Welpen. Bei wiederholten Beschwerden oder empfindlichen Ballen kann Unterstützung für Haut, Fell und Ballen die Regeneration fördern.
Schutz bei Hitze und rauem Untergrund
Heißer Asphalt und Sand können die Ballen in Minuten verbrennen. Gilt die 5-Sekunden-Regel: Lege deinen Handrücken 5 Sekunden auf den Untergrund – ist er für dich zu heiß, ist er es auch für deinen Hund. Plane Spaziergänge früh morgens oder am Abend, wähle Gras oder Schatten und vermeide Radfahren bei Wärme. Auf rauen Untergründen wie Felsen, Schotter oder Muscheln helfen Hundeschuhe. Gewöhne deinen Hund zuhause kurz daran, prüfe den Sitz und steigere die Tragedauer. Nach einem warmen oder intensiven Spaziergang: Spüle Schmutz mit lauwarmem Wasser ab, trockne gut und trage bei Trockenheit eine dünne Schicht Balsam auf. Siehst du Blasen, sich lösende Haut oder deutliche Schmerzen, schütze die Pfote und kontaktiere deinen Tierarzt.
Winter und Streusalz: So vermeidest du Reizungen
Streusalz, Eis und Schneeklumpen zwischen den Zehen reizen und können Ballen zum Reißen bringen. Schneide lange Haare zwischen den Zehen kurz, damit weniger Schnee haften bleibt. Trage vor dem Spaziergang eine schützende Wachsschicht als Barriere auf oder nutze Hundeschuhe bei extremer Kälte und Eis. Danach: Pfoten mit lauwarmem Wasser abspülen, sorgfältig trocknen und auf Risse oder Rötungen prüfen. Lecken nach einem Schneespaziergang kommt oft durch Salz – entferne Salzreste vollständig und verhindere weiteres Lecken, indem die Pfoten trocken und angenehm bleiben. Sind die Ballen trocken oder leicht rissig, trage sparsam Pfotenbalsam auf.
Anzeichen für Probleme und wann zum Tierarzt
Achte auf übermäßiges Lecken oder Knabbern, Lahmheit, warm wirkende oder geschwollene Pfoten, Rötungen zwischen den Zehen, unangenehmen Geruch, Eiter oder eine lose Kralle. Lies, was du bei Juckreiz an den Pfoten und vermehrtem Lecken tun kannst. Mögliche Ursachen sind Grannen, Splitter, Schürf- oder Schnittwunden, Risse durch Hitze oder Salz, Allergien oder eine bakterielle-/Hefepilz-Infektion zwischen den Zehen. Mehr Hintergründe findest du bei Allergien bei Hunden und Pfotenlecken. Erste Hilfe zuhause: Schmutz abspülen, mild reinigen, gut trocknen und die Pfote vor weiterem Lecken oder Belastung schützen. Entferne nur oberflächlichen Schmutz oder ein loses Steinchen – eingedrungene Fremdkörper oder tiefe Wunden gehören in tierärztliche Hände. Gehe immer zum Tierarzt bei tiefen Schnittwunden, starker Blutung, teilweise abgerissener Kralle, Verbrennungen oder Blasen, anhaltender Lahmheit länger als 24–48 Stunden oder bei Fieberzeichen bzw. starken Schmerzen.
Häufige Fragen zur Pfotenpflege
Wie oft sollte ich die Pfoten meines Hundes pflegen?
Kontrolliere nach jedem Spaziergang unter harten Bedingungen wie Hitze, Schnee oder rauem Gelände. Plane wöchentlich einen gründlichen Check mit Reinigen, Krallenkontrolle und Fellpflege. Krallen schneidest du meist alle 3–4 Wochen – abhängig von Untergrund und Aktivität.
Was ist das Beste zum Eincremen von Hundepfoten?
Verwende Pfotenbalsam oder -wachs mit Bienenwachs, Sheabutter, Honig oder Calendula. Dünn auftragen und nur bei Trockenheit, Rissen oder nach starker Belastung. Meide stark parfümierte Produkte und reine ätherische Öle an den Pfoten.
Wie schneide ich schwarze Krallen sicher?
In kleinen Schritten unter leichtem Winkel schneiden und stoppen, sobald die Mitte der Kralle dunkel wird. Gute Beleuchtung nutzen, mit einer Feile abrunden und zwischendurch belohnen. Im Zweifel Tierarzt oder Groomer um Hilfe bitten.
Sind Hundeschuhe wirklich nötig?
Nicht immer. Empfohlen bei heißem Asphalt, Eis, sehr rauem Untergrund, langen Touren, für Arbeitshunde oder zum Schutz einer Wunde. Wähle die richtige Größe, gewöhne deinen Hund in Ruhe daran und kontrolliere auf Druckstellen.
Was ist die 5-Sekunden-Regel bei Hitze?
Lege deinen Handrücken 5 Sekunden auf den Untergrund. Zu heiß für deine Hand bedeutet zu heiß für die Pfoten deines Hundes. Wähle dann Gras, Schatten oder andere Zeiten.
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