Übergewicht bei deinem Hund: Ursachen, BCS und smarte Abnehmtipps

Ein paar einfache Checks sagen dir viel: Fühlst du die Rippen deines Hundes leicht, ohne zu drücken, siehst du von oben eine Taille und ist die Bauchlinie hinter dem Brustkorb leicht aufgezogen? Dann passt es meist. Siehst du keine Taille, liegt Fett über den Rippen oder hechelt dein Hund beim Spazieren schnell, besteht Übergewichtsgefahr. Unten liest du, warum das wichtig ist, wie du es sicher einschätzt und wie du deinen Hund sicher abnehmen lässt.

Warum Übergewicht bei Hunden ein ernstes Gesundheitsrisiko ist

Übergewicht ist mehr als „ein bisschen gemütlich rund“. Fettgewebe ist aktives Gewebe, das Hormone und Entzündungsstoffe produziert. Das erhöht das Risiko für Gesundheitsprobleme und verkürzt die Lebenserwartung. Häufige Folgen:

  • Gelenke und Rücken - Zusätzliche Belastung beschleunigt Arthrose und Rückenbeschwerden.
  • Herz und Lunge - Schnelleres Hecheln, weniger Kondition und erhöhtes Risiko für Herz- und Atemprobleme.
  • Stoffwechsel - Höheres Risiko für Diabetes und Fettansammlungen um die Organe.
  • Haut und Immunsystem - Mehr Hautfalten, Entzündungen und ein anfälligeres Abwehrsystem.
  • Narkoserisiko - Höheres Risiko bei Sedation und Operationen.
  • Hitzestress - Schnellere Überhitzung bei warmem Wetter oder Anstrengung.

Gute Nachrichten: Kontrolliertes Abnehmen reduziert diese Risiken sichtbar. Viele Hunde werden aktiver, schlafen besser und haben weniger Schmerzen, sobald das Gewicht sinkt.

Hat dein Hund bereits steife Gelenke oder einen „staksigen“ Start? Erwäge zusätzliche Gelenkunterstützung für Hunde, um Mobilität und Komfort während der Gewichtsabnahme zu erhalten.

Ursachen von Übergewicht bei deinem Hund

Übergewicht entsteht, wenn dein Hund dauerhaft mehr Kalorien aufnimmt, als er verbraucht. Oft spielen mehrere Faktoren zusammen:

  • Portionen und Snacks - Verpackungsempfehlungen sind Durchschnittswerte. Leckerlis, Tischreste und Kausnacks summieren sich schnell.
  • Weniger Bewegung - Kürzere Spaziergänge, schlechtes Wetter oder Verletzungen senken den Verbrauch.
  • Alter - Der Energiebedarf sinkt mit den Jahren, der Appetit bleibt oft gleich. Mehr Kontext und Praxistipps findest du in Alter beim Hund: Signale, Pflege und natürliche Unterstützung.
  • Kastration/Sterilisation - Verändert häufig den Stoffwechsel und kann den Appetit steigern.
  • Rasse und Veranlagung - Manche Rassen nehmen leichter zu.
  • Gesundheit und Medikamente - Eine Schilddrüsenunterfunktion, Cushing oder Kortikosteroide fördern Gewichtszunahme.
  • Gewohnheit und Verhalten - Betteln wird belohnt, Portionen werden „nach Gefühl“ gegeben oder mehrere Familienmitglieder füttern.

Tipp: Wiege das Futter mit einer Küchenwaage und notiere Snacks. Präzises Portionsmanagement bringt oft die ersten Abnehmerfolge.

Ist mein Hund zu schwer? So checkst du es zu Hause

Weil das Gewicht oft schleichend steigt, fällt es weniger auf. Kombiniere Sehen, Fühlen und Wiegen für die beste Einschätzung. Wiege monatlich zur gleichen Tageszeit und nutze die folgenden Checks.

Rippentest

Streiche mit flachen Fingern über den Brustkorb. Spürst du die Rippen klar mit einer dünnen Schicht darüber, ist das gut. Musst du stark drücken, liegt meist Übergewicht vor. Stehen die Rippen scharf hervor, ist dein Hund zu dünn.

Taille und Bauchlinie

Betrachte deinen Hund von oben: Bei Idealgewicht siehst du hinter den Rippen eine deutliche Taille. Von der Seite sollte die Bauchlinie hinter dem Brustkorb leicht ansteigen. Langes oder dichtes Fell kann das verdecken – also immer auch fühlen. Ein hängender Bauch oder „Wurstform“ deutet auf zu viel Fett hin.

Verhalten und Kondition

Typische Anzeichen bei Übergewicht: schnelleres Hecheln, weniger Spieltrieb, Schwierigkeiten beim Treppensteigen oder Springen, schnellere Ermüdung und höhere Wärmeempfindlichkeit. Ändert sich die Energie deines Hundes merklich, prüfe das Gewicht.

BCS – Body Condition Score in 9 Schritten

Der Body Condition Score (BCS) ist eine standardisierte Methode zur Beurteilung der Körperkondition. Auf einer Skala von 1 bis 9 sind 4–5 ideal. Nutze diese Tabelle als schnelle Orientierung und frage bei Zweifel deine Tierärztin/deinen Tierarzt.

BCSKurzbeschreibungAktion
1-3Zu dünn – Rippen und Wirbel deutlich sichtbar, wenig FettFutteraufbau und tierärztlicher Rat
4-5Ideal – Rippen gut tastbar, Taille und Bauchlinie sichtbarErhalten und regelmäßig kontrollieren
6Leichtes Übergewicht – Rippen schwerer tastbar, dünne FettschichtPortionen anpassen und Bewegung erhöhen
7-8Übergewicht – Rippen schwer zu fühlen, deutliche FettablagerungAbnehmplan mit Futter und Bewegung starten
9Adipositas – keine Taille, Fettschürzen, eingeschränkte MobilitätTierärztliche Begleitung und striktes Programm

Faustregel: Wiegt dein Hund 15 Prozent oder mehr über seinem Idealgewicht, sprechen wir von Übergewicht. Liegt es 30 Prozent oder mehr darüber, ist es Adipositas. Das Idealgewicht bestimmst du mit deiner Tierärztin/deinem Tierarzt oder anhand der BCS-Richtlinien.

Sicher abnehmen: Futter, Bewegung und Tempo

Fütterung – so erzeugst du ein Kaloriendefizit ohne Hunger

  • Passendes Futter wählen - Spezielles Diätfutter für Gewichtsverlust enthält mehr Eiweiß und Ballaststoffe und sättigt besser als einfach „weniger vom Gleichen“.
  • Jede Portion wiegen - Benutze eine Küchenwaage. Messbecher schätzen oft falsch.
  • Mahlzeiten aufteilen - 2–3 kleinere Portionen reduzieren Betteln und stabilisieren die Energie.
  • Snacks smart einsetzen - Nutze einen Teil der Tagesration als Belohnung oder wähle kalorienarme Optionen wie Gurke oder Möhre. Große Kausnacks und Tischreste weglassen.
  • Hausregeln - Alle füttern nach demselben Plan. Stelle die Tagesration in einem Glas bereit, damit nicht versehentlich extra gefüttert wird.
  • Fütterungsanreicherung - Schnüffelteppich, Futterpuzzle oder Suchspiele lassen deinen Hund „arbeiten“ und verlängern die Fresszeit ohne Extrakalorien.

Bei Futterumstellung oder empfindlichem Bauch kann die Darmflora Unterstützung brauchen; Probiotika für Hunde helfen Verdauung und Sättigung zu unterstützen. Hat dein Hund häufig Blähungen, weichen Kot oder Magenprobleme, sieh dir Supplemente für Magen & Darm an – für einen sanften Übergang. Um mögliche Defizite bei Kalorienreduktion zu vermeiden, können Multivitamine für Hunde sinnvoll sein.

Bewegung mit Maß

  • Langsam steigern - Starte auf dem aktuellen Niveau und erhöhe Dauer oder Strecke wöchentlich um 10–15 Prozent.
  • Mehrere kurze Einheiten - 2–3 kürzere Spaziergänge sind oft besser als ein langer.
  • Low Impact - Schwimmen ist ideal bei schweren Hunden oder empfindlichen Gelenken. Vermeide intensives Radfahren oder Laufen, bis die Kondition besser ist.
  • Auf Signale achten - Bei Schmerz, Lahmheit oder schnellem Hecheln zuerst tierärztlich abklären.
  • Mentale Auslastung - Suchspiele und Denkaufgaben verbrauchen Energie und reduzieren Langeweile-bedingtes Betteln.

Merkst du beim Spazieren Hinweise auf Überlastung von Hüfte oder Knien, können Hüft- und Gelenk-Supplements zusätzlich zur sanften Steigerung und Low-Impact-Aktivitäten unterstützen.

Tempo und Monitoring

Strebe 1–2 Prozent Gewichtsverlust pro Woche an. Wiege deinen Hund wöchentlich zur gleichen Zeit, notiere Gewicht und Portionen. Bleibt das Gewicht 2–3 Wochen gleich, reduziere die Tagesration um 5–10 Prozent oder sprich mit deiner Tierärztin/deinem Tierarzt. Crash-Diäten vermeiden – zu schnelles Abnehmen ist ungesund, besonders bei kleinen Rassen und Hunden mit Vorerkrankungen.

Häufige Fragen

Warum wird mein Hund immer dicker?

Meist durch ein dauerhaftes Kalorienplus: etwas zu große Portionen, regelmäßige Snacks und weniger Bewegung. Faktoren wie Kastration, Alter, eine träge Schilddrüse oder Medikamente (z. B. Kortikosteroide) können das verstärken. Wiege Portionen, begrenze Snacks und lass deinen Hund bei Zweifel tierärztlich checken.

Wie kann ich meinen Hund abnehmen lassen?

Erstelle einen realistischen Plan: wechsle auf geeignetes Diätfutter, wiege jede Portion, ersetze Snacks durch einen Teil der Tagesration oder Gemüse und baue Bewegung langsam auf. Ziele auf 1–2 Prozent Gewichtsverlust pro Woche und kontrolliere wöchentlich. Klappt es nicht oder ist dein Hund stark übergewichtig, hol dir tierärztliche Begleitung.

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