Ticken die Krallen auf dem Boden, bleiben sie in Textilien hängen oder kann deine Katze sie nicht gut einziehen? Dann sind die Katzenkrallen wahrscheinlich zu lang. Nicht jede Katze muss ihre Krallen geschnitten bekommen, aber manchmal ist es nötig. Unten findest du genau, wann, wie und worauf du achten solltest. Möchtest du die Grundlagen auffrischen? Lies mehr über Katzenpflege.
Muss man die Krallen der Katze schneiden?
Viele Freigängerkatzen nutzen ihre Krallen beim Klettern und Kratzen von selbst ab. Bei Wohnungskatzen, Kitten, die das Kratzen noch lernen müssen, und älteren, weniger aktiven Katzen wachsen die Krallen schneller. Achte auf Anzeichen wie Klicken auf harten Böden, Hängenbleiben, Schwierigkeiten beim Einziehen und eine Krallenspitze, die in Richtung Ballen wächst. Besonders die Daumenkralle an der Vorderpfote nutzt sich weniger ab und kann einwachsen. Siehst du diese Signale oder bemerkst du Schmerzen oder Lahmheit, ist Schneiden sinnvoll – oder kontaktiere deine Tierärztin/deinen Tierarzt.
Katzenkrallen kurz erklärt
Katzen haben einziehbare Krallen mit einem empfindlichen Teil im Inneren aus Blutgefäßen und Nerven – dem sogenannten Leben. Bei hellen Krallen siehst du es als rosafarbenen Kern. Bei dunklen Krallen ist es unsichtbar, deshalb besonders vorsichtig und in kleinen Schritten schneiden. Eine Katze hat meist 18 Krallen: 5 an jeder Vorderpfote (davon 1 Daumenkralle) und 4 an jeder Hinterpfote. Schneide niemals ins Leben und lass immer eine kleine weiße Spitze stehen. So vermeidest du Schmerzen, Blutungen und Angst vor dem Schneiden.
Wann und wie oft schneiden?
Kontrolliere alle 4 bis 6 Wochen. Schneide nur, wenn die Krallen wirklich lang oder scharf sind. Die folgende Übersicht hilft bei der Entscheidung:
| Katzentyp | Kontrollieren | Indikation zum Schneiden | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Wohnungskatze | Alle 4–6 Wochen | Alle 2–3 Monate | Daumenkralle wächst schnell |
| Freigängerkatze | Alle 6–8 Wochen | Selten nötig | Nur bei Hängenbleiben oder Einwachsen |
| Senior/ältere Katze | Alle 4 Wochen | Häufiger nötig | Dickere Krallen, weniger Abnutzung |
Mach Krallen- und Fellpflege zur Routine; lies auch wie oft du eine Katze bürsten solltest.
Benötigte Utensilien
- Krallenschneider oder Krallenschere für Katzen mit scharfen Klingen
- Gutes Licht und ggf. eine Taschenlampe
- Gaze sowie Blutstillpulver oder Maisstärke
- Belohnungssnacks oder -paste
- Optional ein Handtuch und eine zweite Person für Ruhe und Fixierung
Unsicher, welche Tools sinnvoll sind? Nutze die Checkliste zur Katzenpflege, damit du nichts vergisst.
Schritt-für-Schritt: Katzenkrallen schneiden
- Gewöhnen: Berühre täglich kurz Pfoten und Zehen und belohne. Beginne erst mit dem Schneiden, wenn deine Katze entspannt bleibt.
- Ruhigen Moment wählen: Katze auf den Schoß oder eine stabile Unterlage setzen. Sorge für gutes Licht.
- Sanft fixieren: Pfote locker halten. Ballen leicht zusammendrücken, damit die Kralle ausfährt.
- Schnittlinie bestimmen: Weit weg vom Leben bleiben. Bei hellen Krallen siehst du einen rosafarbenen Kern; lass immer eine weiße Spitze stehen.
- Mikroschnitte: Lieber 1–2 mm pro Schritt als zu viel. Bei dunklen Krallen in kleinen Etappen schneiden und nach jedem Schnitt prüfen.
- Kralle für Kralle: Bei unruhigen Katzen mit 1–2 Krallen pro Sitzung anfangen. Nach jedem gelungenen Schnitt belohnen.
- Bei Stress stoppen: Pause machen, sobald die Katze zappelt oder faucht. Niemals zwingen – das erschwert künftige Termine.
Besondere Aufmerksamkeit: Hinterpfoten und Daumenkralle
Die Daumenkralle an der Vorderpfote nutzt sich am wenigsten ab und wächst schneller rund – mit Risiko des Einwachsens. Immer prüfen. Hinterpfoten sind durch Treppensteigen und Springen oft schärfer, nutzen sich aber teils besser ab. Schneide Hinterpfoten nur, wenn sie lang sind oder in Textilien hängen bleiben. Arbeite ruhig und in kurzen Sitzungen.
Probleme und Erste Hilfe
Zu kurz geschnitten und es blutet? Ruhig bleiben, 2–3 Minuten mit Gaze auf die Spitze drücken und Blutstillpulver oder Maisstärke nutzen. Danach die Katze in einem sauberen Raum ruhen lassen und Rennen vermeiden. Ruf die Tierärztin/den Tierarzt an, wenn die Blutung nicht stoppt, die Kralle bis zur Basis einreißt, Schmutz in der Wunde ist oder deine Katze lahmt. Siehst du Rötung, Schwellung, Eiter oder eine eingewachsene Kralle, die auf den Ballen drückt, nimm ebenfalls Kontakt auf. Bei Senioren, Diabetiker:innen oder klaren Schmerzen nicht zu lange warten.
Kitten sowie ängstliche oder aggressive Katzen
Früh gewöhnen: Pfoten berühren, Kralle kurz ausfahren, belohnen, fertig. Schneiden, wenn nötig – oft ab wenigen Monaten –, aber immer in Mikroschritten. Bei ängstlichen Katzen helfen kurze Sitzungen, ein Handtuch-Wrap und eine zweite Person, die füttert. Steigt der Stress, sofort stoppen und später erneut versuchen. Klappt es gar nicht oder wird die Katze aggressiv, lass die Krallen beim Tierarzt, im Trimsalon oder per Hausbesuch professionell schneiden.
Vorbeugen ist besser: Kratzmöglichkeiten und Alternativen
Sorge für mehrere Kratzoptionen: vertikale Sisal-Kratzbäume an Laufrouten und Schlafplätzen sowie ein horizontales Kratzbrett oder Kratzkarton. Lies mehr über die Bedeutung eines Kratzbaums. Locke mit Leckerli oder Katzenminze und belohne Kratzverhalten. Feilen ist als Alternative möglich, aber bei Katzen schwieriger. Krallenkappen sind manchmal eine temporäre Lösung unter Anleitung. Das Entfernen der Krallen ist verboten und schädlich.
Tierarzt oder Trimsalon? Überlegungen und Kosten
Hol dir Hilfe bei eingewachsenen Krallen, dunklen Krallen, bei denen du das Leben nicht einschätzen kannst, wenn deine Katze Schmerzen hat oder wenn Schneiden zu Hause nicht klappt. Tierarzt, Trimsalon oder ein Hausservice können Krallen sicher und schnell schneiden. Die Kosten variieren je nach Praxis und Region und können Teil einer Untersuchung sein. Frag vorab nach Preisen und Optionen.
Häufige Fragen
Ist es gut, die Krallen der Katze zu schneiden?
Nur wenn sie zu lang sind oder einzuwachsen drohen. Freigänger nutzen oft selbst ab, Wohnungskatzen und Senioren brauchen häufiger Hilfe. Immer vorsichtig und nur ein kleines Stück schneiden.
Woran erkennst du, dass die Krallen zu lang sind?
Anzeichen: Klicken auf hartem Boden, Hängenbleiben in Stoff, Schwierigkeiten beim Einziehen, gebogene Spitze Richtung Ballen. Siehst du das, prüfen und bei Bedarf schneiden.
Wie schneidest du die Krallen deiner Katze selbst?
Verwende einen Krallenschneider für Katzen, lasse die Kralle durch Druck auf den Ballen ausfahren und schneide 1–2 mm von der Spitze. Vom Leben fernbleiben und nach jeder Kralle belohnen.
Wie oft Katzenkrallen schneiden?
Alle 4–6 Wochen kontrollieren. Wohnungskatzen oft alle 2–3 Monate, Freigänger selten, Senioren häufiger. Die Daumenkralle braucht extra Aufmerksamkeit.
Darf man die Krallen einer Katze entfernen?
Nein. Das Entfernen ist schädlich und in vielen Ländern verboten. Biete lieber gute Kratzmöglichkeiten und schneide nur bei Bedarf.

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